Friedhof Rosenberg, Winterthur – Neubau Werkhof

Der Friedhof Rosenberg gilt als einer der schönsten der Schweiz. Die heute noch in weiten Teilen erhaltene Ursprungsanlage wurde 1914 durch die Architekten Rittmeyer und Furrer erstellt. Wichtige Merkmale sind das rechtwinklige Raster für Grabfelder und Gebäude, die rundum laufende Mauer und ein Grünstreifen, der den Friedhof und das angrenzende Quartier klar trennt. Mit zum Areal gehört im Südwesten ein Werkhof für die Friedhofsgärtnerei. Deren stark gestiegener Platzbedarf machte 2014 den Bau eines zweiten Werkhofgebäudes nötig, um die provisorischen Schuppen und Materiallager, die bisher teilweise den Grünstreifen ausserhalb der Friedhofsmauer belegten, ersetzen zu können.

Der Neubau steht in zehn Metern Abstand parallel zum alten Werkhofgebäude. Er nimmt dessen Dimensionen bezüglich Länge, Breite und Traufhöhe auf, hat aber, im Gegensatz zum Altbau, kein Walm- sondern ein Flachdach. Das Gebäude ist als eingeschossige Kalthalle konzipiert und bietet auf 280 Quadratmetern Fläche Platz zum Einstellen von Fahrzeugen sowie für einen Tankraum. Ein Galeriegeschoss bietet Stauraum für Werkzeuge und Materialien. Vier grosse Schiebefalttore ermöglichen eine einfache Ein- und Ausfahrt.

Klärung der Situation

Die Längswand des Gebäudes wird durch die leicht vorspringenden seitlichen Abschlusswände sowie acht Rippen geprägt. Sie sind einerseits Teil des statischen Konzepts und strukturieren andererseits den zwanzig Meter langen Gebäudekörper. Abschlusswände sowie Rippen bestehen aus Beton, der mit Weisszement und Kalkpigmenten versetzt wurde und so den hellen Farbton des Altbaus aufnimmt. Die dazwischen liegenden Wandbereiche sind erdfarbig gestrichen und mit einem Rankgerüst aus Armierungsstahl versehen. Über die Jahre hinweg soll die Fassade so zu einer grünen Wand werden.

Durch den Neubau des Werkhofs konnte nicht nur mehr Platz geschaffen, sondern auch die gesamte räumliche Situation des Areals geklärt werden. Einerseits sind die Schuppen und Lagerplätze auf dem Grünstreifen zwischen Friedhof und Wohnquartier verschwunden, andererseits schreiben das präzise gesetzte Gebäude sowie die ebenfalls neu erstellte Umfassungsmauer des Gärtnereiareals das rechtwinklige Bebauungsmuster von Rittmeyer und Furrer in einer zeitgemässen Architektursprache fort.

Info

Baujahr: 2013
Bauherrschaft: Stadt Winterthur
Bauingenieur: Thomas Böni Ing.büro GmbH, W'thur
Elektroingenieur: Beratende Ing. Scherler AG, W'thur
Bilder: Christian Schwager, Winterthur
Text:  Reto Westermann


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